Workshop „Trampelpfade des Wissens“
Eine moderierte Erkundung der tatsächlichen Wissensarchitektur Ihrer Organisation – mit den Menschen, die sie täglich erleben.
Teilnehmende verlassen den Workshop mit einem gemeinsamen Bild davon, wie Wissen in ihrer Organisation fließt, wo es hängenbleibt, welche informellen Strukturen tragfähig sind – und was als nächstes gebaut werden könnte.
Ablauf:
Einstimmung (ca. 30 Minuten)
Wir beginnen nicht mit Theorie, sondern mit Erfahrung. Teilnehmende teilen Situationen, in denen fehlende Wissensinfrastruktur konkrete Auswirkungen hatte, im Arbeitsalltag, aber auch privat. Die überquellende Familien-WhatsApp-Gruppe. Das Wissen, das im entscheidenden Moment fehlte. Der Kollege, der als einziger wusste, wie das System funktioniert – und dann im Urlaub war.
Dann die Wendung: Welches Wissen haben wir, auf das andere angewiesen sind? Wie stellen wir es bereit und wie helfen wir anderen, es zu finden? Der Einstieg bewegt Teilnehmende von Betroffenen zu Gestaltern.
Erster Teil: Ist-Zustand (ca. 45 Minuten)
Gemeinsame Erkundung der tatsächlichen Wissensarchitektur. Nicht was im Organigramm steht, sondern was passiert: Wo entstehen Mehrarbeit und Engpässe? Welche Auswirkungen hat fehlende Infrastruktur auf die tägliche Arbeit – messbar, konkret, benennbar?
Zweiter Teil: Rahmen (ca. 30 Minuten)
Einführung in die InColArc-Pyramide der Informationsbedürfnisse und die Grundlagen von Collaboration Architecture. Was unterscheidet Dokumentation von Infrastruktur? Was braucht eine Organisation, damit Wissen nicht nur existiert, sondern fließt?
Dritter Teil: Shadow CA (ca. 45 Minuten)
Der Kern des Workshops. Wo fließt Information inoffiziell, aber effektiv? Welche Trampelpfade hat die Organisation entwickelt, weil die offizielle Architektur nicht ausreichte? Welche Bedürfnisse waren stark genug, diese Strukturen zu formen – und welche Kultur hält sie am Leben?
Diese informellen Strukturen sind keine Fehler. Sie sind Beweis funktionierender Zusammenarbeit unter schwierigen Bedingungen. Sie sind das Material, aus dem echte Infrastruktur gebaut wird.
Vierter Teil: Von Trampelpfaden zur Architektur (ca. 30 Minuten)
Wie wird aus organisch Gewachsenem tragfähige Infrastruktur? Teilnehmende entwickeln gemeinsam erste konkrete Maßnahmen: Was kann sofort formalisiert werden? Was braucht mehr Aufmerksamkeit? Was sind die nächsten Schritte?
Format und Investition:
Bis sechs Teilnehmende, idealerweise aus verschiedenen Hierarchiestufen: halber Tag, EUR 1.500, On-Site
Ab sieben Teilnehmende, aus vielfältigen Teilen der Organisation: zwei halbe Tage, EUR 2.000, On-Site
Für Organisationen, die nach dem Workshop tiefer gehen wollen: Die Kollaborationsdiagnose + Strategieoffsite baut direkt auf den Erkenntnissen des Workshops auf.
Kollaborationsdiagnose + Strategieoffsite für Führungskreise
Für Führungsteams, die auf Basis fundierter Analyse in ihre Wissensinfrastruktur investieren wollen.
Organisationen, die Prozesse ernst nehmen, investieren in Standards: BPMN dokumentiert Prozesse für Governance und Compliance. CMMN strukturiert adaptive Fallbearbeitung. DMN macht Entscheidungslogik nachvollziehbar. Diese Standards sind wertvoll – sie sagen uns, was in einer Organisation passiert, und warum Entscheidungen so getroffen werden wie sie getroffen werden.
Was sie nicht tun: Sie bringen Menschen nicht dazu, innerhalb dieser Rahmen tatsächlich zu gestalten. Dokumentation ist nicht Infrastruktur. Ein BPMN-Diagramm sagt niemandem, wie Wissen zwischen Teams fließt, wo es hängenbleibt, welche informellen Kanäle das System am Laufen halten – und welche beim nächsten Restrukturierungsprojekt zerstört werden.
Das ist die Lücke, die diese Arbeit adressiert.
Was wir in der Praxis vorfinden:
Informelle Strukturen entstehen überall dort, wo formale Prozesse versagen. Eine Gruppe von SpezialistInnen trifft sich zweimal im Monat im Live-Meeting, um Software-Updates zu teilen – weil es keine anderen Kanäle gibt. Ein Team von neun Personen hält sein gesamtes Wissen in einer Confluence-Board, die nur einer Abteilung zugänglich ist. Andere Teams versuchen, dieselben Probleme parallel zu lösen – ohne voneinander zu wissen.
Diese Trampelpfade sind keine Fehler im System. Sie sind Beweis, dass ein Bedürfnis stark genug war, sich seinen eigenen Weg zu bahnen. Die Frage ist nicht: Wie schaffen wir sie ab? Sondern: Wie bauen wir aus dem, was organisch gewachsen ist, tragfähige Infrastruktur?
Die Methode:
Phase 1: Organisationsdiagnose (2–3 Wochen)
Systematische Analyse durch Interviews mit Mitarbeitenden verschiedener Ebenen und gezielte Dokumentenanalyse. Wir suchen nicht nach dem, was in BIC steht – wir suchen nach dem, was tatsächlich passiert:
Wo fließt Information inoffiziell, aber effektiv? Welche Bedürfnisse waren stark genug, informelle Kanäle zu formen? Welche Kultur hält diese Strukturen am Leben? Wo entstehen Mehrarbeit und Wissenssilos, weil keine Infrastruktur vorhanden ist?
Das Ergebnis: ein klares Bild der tatsächlichen Wissensarchitektur – nicht der dokumentierten, sondern der gelebten.
Phase 2: Präsentation und Strategieentwicklung (Offsite, 1 Tag)
Vorstellung der Befunde mit Visualisierungen, die das Unsichtbare sichtbar machen. Moderierte Strategiesitzung: Welche Trampelpfade verdienen formale Infrastruktur? Wo reichen Standards, wo braucht es Gestaltung? Was sind die ersten konkreten Schritte?
Geliefert werden:
- Schriftliche Diagnose mit Visualisierungen der tatsächlichen Wissensflüsse
- Bewertung vorhandener Prozessstandards (was leisten BPMN/CMMN/DMN – und was nicht)
- Strategiedokumentation mit priorisierten Maßnahmen und klaren Verantwortlichkeiten
- Optional: Begleitung der ersten Implementierungsphase
Investition: Ab EUR 8.500 (abhängig von Organisationsgröße und Komplexität)