Ich habe die Rahmenstrategie Digitalisierung MV gelesen
Silos abbauen, Einträge zählen Die Rahmenstrategie Digitalisierung und IT des Landes Mecklenburg-Vorpommern nennt ein gutes, klares Ziel: Das Wissensmanagement soll ressort- und ebenenübergreifend vernetzt und damit „Silos“ abgebaut werden. Gute Diagnose. In meinem letzten Posting musste ich noch das Wort Silos und die Zusammenhänge einführen. Wissen, das an einer Ressortgrenze stehenbleibt, ist der teuerste unsichtbare…
Eine Innovationslandschaft voller Aberglaube
1. Deutschland hält sich für schlecht in Innovation. Ich halte das für die falsche Diagnose. Sie ist bequem, weil sie nur nach mehr verlangt: mehr Geld, mehr Tempo, mehr Mut, mehr Gründergeist. Meine Diagnose ist unbequemer. Wir sind nicht unfähig. Wir tun etwas anderes und nennen es Innovation. 2. Was Aberglaube technisch bedeutet Aberglaube ist…
Nicht alles muss ertragen werden
Organisationen machen jetzt ganz innovative Sachen. Achtsamkeitstraining. Resilienz-Workshops. „Work Greater“. Vielleicht ein ganzes Wochenende „deep dive“. Es gibt Dinge, die wirklich nicht zu ändern sind. Verlust. Vergänglichkeit. Achttausend E-Mails aus Koordinationssystemen in einem Jahr sind kein unabänderliches Leid. Sie sind ein Konstruktionsfehler. Organisationen richten jetzt die Sprache, die für die wirklich großen Dinge gemacht wurde,…
Konferenzrückblick: Noerd
Ich weigere mich, die Zeit aufzubringen, das dänische oe irgendwo zu finden und zu kopieren. Deshalb: Noerd. Es gibt viel Negatives zu sagen über diese „Digital Convention.“ Dass das Branding zielgenau an der Zielgruppe vorbei redet, dass rauchige, dunkle Hallen genau das Gegenteil von dem ist, was wir für ordentliche, tiefe Gespräche und Verständnisvermittlung brauchen.…
Methodenkompetenz als zentrale Innovationsmaßnahme ist eine andere Form der Verantwortungsabwälzung
Methodenkompetenz entwickelte sich von einer individuellen Anforderung zu einem strukturellen Versprechen, das oft die Verantwortung für organisatorische Probleme auf Mitarbeitende abwälzt. Ohne geeignete Strukturen können Methoden nicht effektiv umgesetzt werden, was zu informellen Netzwerken und unzureichender Wissensweitergabe führt. Der Fokus sollte auf der Schaffung von Collaboration Architecture liegen, um funktionierende Strukturen zu gestalten.
Collaboration Architecture: Eine alte Disziplin in einem neuen Umfeld
Warum Collaboration Architecture nicht aus dem Management kommt, sondern aus dem Ingenieurwesen Wenn ich erkläre, woran ich arbeite, kommt früher oder später die Frage: In welcher Tradition stehen Sie eigentlich? Die Vermutung ist meistens, dass die Antwort irgendwo zwischen Organisationsentwicklung, Change Management und der post-bürokratischen Diskussion der letzten zwanzig Jahre liegen müsste. Netzwerkorganisation, Selbstorganisation, Agilität,…
EU AI Act: Keine Organisation hat die notwendige Infrastruktur, um ihn zu befolgen
Ab August 2026 müssen Organisationen in Europa nachweisen, dass ihre KI-Systeme dokumentiert, transparent und unter menschlicher Aufsicht betrieben werden. So steht es im EU AI Act. Kann Ihre Organisation das überhaupt? Dokumentation verlangt, dass Wissen fließt. Dass jemand aufschreibt, was ein System tut, wie es trainiert wurde und welche Entscheidungen es beeinflusst. Dass diese Dokumentation…
Eine Ausschreibung für genau meine Spezialisierung gefunden!
Ja, nichts weiter zu berichten. Die Ausschreibung nutzt den Begriff „Wissensmanagement- und Tool-Architektur“ und meint genau das, was ich mache. Sie nutzt sogar das Wort „tragfähig.“ Fantastisch. Man stelle sich mal vor, was sein könnte, wenn Collaboration Architecture einen eigenen CPV-Code (CPV=Common Procurement Vocabulary) bekommen würde.
KI-Werkzeug in einer instabilen Struktur führt zum schnelleren Kollaps
Im Januar stand Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beim Jahresempfang der IHK und erklärte den Anwesenden KI als Antwort auf den Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung. Bei diesem Empfang kündigte sie weitere 1,5 Millionen Euro für KI-Anwendungen an. Gestern zeigte sich Manuela Schwesig dann in einem Beitrag auf LinkedIn verwundert, warum es keinen Ansturm auf diese…
Business- und andere Architektur den Menschen erklären, für die sie gedacht ist
Business Architecture ist eine Disziplin, die Organisationen helfen soll, sich selbst zu verstehen und kohärent zu gestalten. Fähigkeiten, Wertströme, Informationsflüsse: alles wird modelliert, dokumentiert, in Frameworks eingeordnet. Weltweit bilden sich Praktiker fort, lassen sich zertifizieren, sprechen auf Konferenzen. Und dann sitzen sie in einer Organisation, in der niemand versteht, was sie tun. Das ist kein…
Den Wagen vor das Pferd gespannt
Ich hatte gestern ein Gespräch bei der IHK. Es ging um meine Gründung. Der Berater ist klug, er versteht, was ich sage, und er stimmt mir zu. Und dann sagt er: „Aber das können Sie hier nicht durchsetzen.“ Er hat recht. Nicht weil das, was ich vorschlage, falsch wäre. Sondern weil die Förderstrukturen in MV…
Diese Woche habe ich die zweite Hälfte meines Arguments gefunden: Pre- und Post-Capture Failure
Am Sonntag lief in meiner Küche das Radio. In der Sendung Computer&Kommunikation lernte ich über einen neuen Artikel im Academy of Management Review und flugs schickte ich eine Mail an den Wissenschaftler mit einer Bitte um eine Kopie. Die ich am nächsten Tag bekam. Jin Gerlach und Donald Lange haben gezeigt, wie Machine-Learning-Systeme den Wissensverlust…
Macht & Wissen & Organisationsdesign
Was heißt es, eine Organisation zu gestalten? Für die größten Unternehmensberatungen heißt es, dass es eine Hierarchie gibt, ein Organigramm, dass Menschen Jobs haben, bezahlt werden. Reicht das? Gestern habe ich in einem Gespräch gelernt, dass jemand versucht hat, das Wissensüberflussproblem mit seinem Manager anzusprechen. Der Vorschlag war, dafür selbst eine Lösung zu finden. Das…
Kein Coaching löst das Problem fehlender Koordinationsinfrastruktur
Ich habe mich entschieden, meinen ersten Messestand zu gestalten. Das erste, das mir auffällt: Es ist ein physischer Ort, den ich selbst gestalte, um meinen Ansatz Collaboration Architecture zeigen zu können. Ich weiß schon, welchen Vibe ich mag – sehr gut organisiert, aber vintage, warm, wohnlich, menschlich. Es gibt etwas zu essen und zu trinken…
Das Problem, wenn WhatsApp das einzige Modell für asynchrone Kommunikation ist
Die meisten Menschen in Organisationen haben genau eine Erfahrung mit digitaler Gruppenkommunikation: WhatsApp. Vielleicht noch eine Familiengruppe auf Signal. Das war’s. Das wäre nicht schlimm, wenn diese Menschen nicht gleichzeitig Entscheidungen darüber treffen würden, wie ihre Organisation zusammenarbeitet. Das Eimerprinzip WhatsApp funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Alles oder nichts. Du bist in der Gruppe, dann…
Peter Drucker und die Lücke, die wir immer noch nicht geschlossen haben
Peter Drucker prägte in den 1950er Jahren den Begriff „Wissensarbeit“ und betont die Notwendigkeit transparenter Organisationsstrukturen. Prinzipien dienen nur als Einschränkungen, nicht als Lösungen. Die Vielzahl digitaler Werkzeuge fehlt es an durchdachter Infrastruktur. Es ist wichtig, dass Menschen innerhalb dieser Rahmenbedingungen gestalten, um funktionierende Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Wie Collaboration Architecture und Prosci Change Management zusammenpassen können
Die Diskussion behandelt die Grenzen des Prosci Change-Management-Frameworks, das auf der Annahme basiert, dass Veränderungen als richtig angesehen werden. Menschen, die vom CM als Blocker kategorisiert werden, könnten wertvolle Einsichten bieten. Ein alternativer Ansatz, die Collaboration Architecture, fokussiert sich darauf, eine sinnvolle Infrastruktur zu schaffen und Menschen einzubeziehen, bevor Veränderungen zementiert werden.
Die akademische Basis des Begriffs „Collaboration Architecture“
In diesem Artikel (leider habe ich keinen Link zum Autor gefunden) wird viel Grundwissen und Geschichte zu „Computer Supported Cooperative Work“ beschrieben. Zwei Anmerkungen: „Beide Autoren beischreiben die Kollaboration von Gruppen mit- sowie untereinander und definieren drei notwendige Bereiche zur Umsetzung dieser Idee: Hier bewegen wir uns im reinen Technologie-Thema. Kultur und Habits (wer bewegt…
Warum Dezentralisierung für Kommunikationsinfrastruktur wichtig ist
Wieder ein interessanter Vortrag. Kommunikationsinfrastruktur als Schlagwort beschreibt für mich den technischen Teil der Arbeit. Ich will einen Oberbegriff für die Kombination aus Technik UND der nötigen Organisationsentwicklung – der beste Begriff, den ich dafür bis jetzt gefunden habe, ist Collaboration Architecture. Wenn wir in diesem Zusammenhang über Kultur sprechen, ist das Thema plötzlich nicht…
„Governance“ ist keine Lösung
In einer ServiceNow-Community habe ich kürzlich eine Frage gestellt: Was passiert, wenn eine Abteilung einen Workflow baut, ohne die betroffenen Teams einzubeziehen? Die Antwort war eindeutig: „Governance.“ Das klingt logisch. Regeln, Gremien, Freigabeprozesse. Aber es übersieht ein grundlegendes Problem: Was tun wir mit Managern, die sich nicht an Regeln gebunden fühlen? Die Forschung zeigt, dass…
Collaboration ist nie eine Frage von „nicht genug Training“
Warum gestalten wir Systeme, die übermenschliche soziale Kapazität erfordern, um zu funktionieren? „Social Fitness Hacks“ sind Überlebensstrategien für schlechte Infrastruktur. Sie setzen voraus, dass Teams die Last tragen, die eigentlich durch Design hätte verhindert werden können. Collaboration ist nie eine Frage von „nicht genug Training.“