Anke Holst

Anke Holst arbeitet seit fast vier Jahrzehnten an der Frage, wie Wissen zwischen Menschen und durch Systeme fließt — von der Ausbildung im Übergang vom Blei- zum Lichtsatz über den mehrsprachigen Satz in Schweden, ein multilinguales Kundendienstzentrum für geschäftskritische Systeme bei Compaq/HP und den Aufbau digitaler Kommunikationsstrukturen im britischen öffentlichen Sektor bis zur eingebetteten Designarbeit in der deutschen Industrie.

In allen diesen Kontexten ging es um dieselbe Schicht: den Weg, auf dem Wissen die Menschen erreicht, die es brauchen. Bei Nordex Energy — über 11.000 Mitarbeitende — konnte sie erstmals beziffern, was fehlt, wenn diese Schicht nicht gestaltet ist: Eine ohne Abstimmung mit dem betroffenen Team getroffene Entscheidung erzeugte Koordinationsaufwand in Millionenhöhe.

2026 hat sie diese Arbeit als Disziplin benannt und in einem begutachteten Fachartikel dargelegt: Collaboration Architecture: Service Design for Knowledge Work. Sie baut das Institute for Collaboration Architecture mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern auf, das Forschung, Standards und die Anerkennung von Praktiker:innen trägt, sowie die Praxis ductara für die Anwendung in Organisationen. Sie hat zuvor in Köln, Lagos und London Organisationen mitgegründet, davon eine, die seit 1990 besteht.

Artikel für Touchpoint, die Fachzeitschrift für Service Design.