Ich habe mich entschieden, meinen ersten Messestand zu gestalten.

Das erste, das mir auffällt: Es ist ein physischer Ort, den ich selbst gestalte, um meinen Ansatz Collaboration Architecture zeigen zu können.
Ich weiß schon, welchen Vibe ich mag – sehr gut organisiert, aber vintage, warm, wohnlich, menschlich. Es gibt etwas zu essen und zu trinken (in diesem Fall aber wahrscheinlich keinen Tschunk.)
Poster und Aktivitäten sind jetzt der Fokus.
- Poster
Was genau sollen die Poster leisten?
Die One-Pager, die ich bisher gestaltet habe — das Fachwerkhaus, die vier Disziplinen, die Collaboration Capacity Methodik — sprechen den Kopf an. Sie erklären eine Lücke. Sie zeigen Strukturen. Sie funktionieren für Enterprise Architects, für Systemdenker, für Menschen die bereits analytisch auf Organisationen schauen.
Die Cassandra-Club-Poster machen etwas anderes. Sie finden Menschen, die Organisationen erfahren. Die Dysfunktion spüren. Die Poster sollen sie emotional erreichen und dann intellektuell ansprechen.
Die Zielgruppe: Die Person, die seit zwei Jahren dasselbe Koordinationsproblem benennt und dafür ein Resilienz-Coaching angeboten bekam. Die Teamleitung, die weiß, dass die neue Digitalstrategie das Problem nicht lösen wird, aber das nicht sagen kann, ohne als negativ zu gelten. Die Fachkraft, die zuschaut, wie Werkzeuge eingeführt werden, ohne dass jemand fragt, wie die Arbeit tatsächlich koordiniert wird.
Diese Menschen erkennen vielleicht kein Framework-Diagramm als relevant für sich an. Kann ein Poster ihnen Bestätigung geben? „Du siehst Probleme. Du hast Recht. Du solltest gehört werden.“
Das bedeutet: Die Cassandra-Club-Poster sind die ersten Kontaktpunkte. Sie müssen sich sofort visuell von allem unterscheiden, was man auf einer Digitalisierungskonferenz sonst sieht. Keine Stockfotos von glücklichen Teams. Keine KI. Keine blauen Corporate-Farbverläufe. Keine „Transformiere dein Mindset“-Energie.
Was ich bisher habe, ist handgezeichnet. Tinte auf Papier. Ein Rosettenmuster aus Fragmenten, die ein Ganzes bilden, wenn man zurücktritt — genau das, was Kassandras tun. Sie sehen Bruchstücke, die Führungskräften nicht in den Kram passen.
Ich glaube, genau das muss die visuelle Identität werden. Handgemacht. Menschlich. Das Gegenteil von poliertem Beratungsmaterial. Sofort erkennbar.
Passend zum Workshop-Format, das es schon gibt: „Trampelpfade des Wissens.“ Poster für den Cassandra-Club (holt KritikerInnen in den Raum und hört ihnen zu, statt sie zu verändern!) sind vielleicht das Wichtigste, das es jetzt zu gestalten gilt.
Letzte Woche habe ich die Theorie aufgeschrieben und veröffentlicht – hier übrigens.
Diese Design-Aufgabe ist die Herausforderung für diese Woche.

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