
Anke Holst hatte ihre erste Erfahrung mit digitalen Werkzeugen zur Zusammenarbeit in den neunziger Jahren, in einem Verlag in Schweden, der durch COM (heute nennen wir solch ein Tool „Bulletin Board Service“) ein weltweites Netzwerk von Autoren und Redakteuren pflegte. Danach wurden online Communities zu einem Hobby, über das sie nach ihrem Umzug nach Großbritannien 2001 ihre ersten Freundschaften schloss.
Als mit neuen, großen Plattformen wie Facebook und Twitter „soziale Medien“ 2008 für Organisationen interessant wurden, war Anke eine der ersten Beraterinnen auf dem Gebiet. Haringey Council war der erste Kunde – Anke startete die Online Präsenz and gab den Mitarbeitenden die Kompetenzen, sie selbstständig weiterzuführen. Als sich allmählich der Fokus der sozialen Medien von Operations zum Marketing verschob, spezialisierte Anke sich auf die Beratung zu interner Zusammenarbeit mit digitalen Collaboration Tools. In dieser Zeit schieb Anke das Buch „Speak for Yourself“ als Sammlung ihrer Argumente dagegen, Inhalte für Online-Profile von anderen schreiben zu lassen.
In London war Anke engagiert in Netzwerken von digitalen Experten, veranstaltete Konferenzen wie das London Localgovcamp 2010 und gründete einen der ersten Coworking Spaces, the Unlibrary. Sie entwickelte und gab Social Media Kurse, um Menschen bei der Entwicklung einer online Persönlichkeit zu helfen. So hatte Anke ihre Nische, entwickelte ihre Kompetenzen aber durch das Netzwerk immer weiter.
Dann kam der Brexit und damit ein Umzug nach Deutschland. In Rostock war Anke zunächst einige Jahre „nur“ pflegende Angehörige, nutzte diese Zeit aber auch für Gespräche mit den vielen MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen. Schnell wurde klar, dass für Ankes Nischenspezialisierung hier in Rostock kein Bedarf besteht, weil der Rest der digitalen Landschaft noch nicht angekommen ist. Nach Jahren der Suche nach einem Netzwerk entschied Anke, sich anders aufzustellen. Angefangen mit einem Artikel für ein kleines Online-Magazin, besann sich Anke auf das, was sie durch ihr Netzwerk gelernt hat, bildete sich weiter und lernte strukturierte Design Kompetenzen.
Als die Pflegezeit vorbei war, startete Anke ihre Arbeit bei einem der großen privatwirtschaftlichen Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns mit einem Design Sprint. Jetzt ist Anke selbstständig und konzipiert und leitet weiterhin regelmäßig Design Sprints mit einem Fokus auf Prozess- und Organisationsgestaltung.
