Jede Organisation macht das mit der Digitalisierung anders. Was aber bei allen gleich ist, ist die Schwierigkeit, die Veränderungsprozesse sichtbar und verständlich zu machen.
Sagen wir, wir gehen zusammen ein Problem an und versuchen, es zu lösen. Mit den besten, effektivsten Methoden zur Findung und Gestaltung von neuen Lösungen haben wir als Ergebnis keine fertige Lösung, sondern einen Prototypen.
Im nächsten Schritt wird dieser getestet.
Wenn dieser Prototyp jetzt bewusst als Prototyp genutzt wird, heißt das, die Mitarbeitenden probieren ihn aus. Sie sind also nicht frustriert, wenn er nicht funktioniert – Fehler an diesem Punkt sind erwartet und Teil des Gestaltungsprozesses. Sie sind sogar eine gute Sache, denn etwas Neues, das für uns alle besser funktioniert, wird das Ergebnis dieses Gestaltungsprozesses sein. Und wir alle wollen doch Organisationen, Prozesse, Produkte, die für uns alle besser funktionieren, oder?
Das Problem ist, dass die Art von Kommunikation, die wir jetzt brauchen, oft genau entgegengesetzt der Art von Kommunikation ist, die Leute im Studium gelernt haben. Hier wollen wir echte Transparenz, statt Kontrolle. Wir wollen offen von Problemen reden, die wir angehen, statt hinterher einen Artikel über einen tollen Workshop zu schreiben. Wir wollen den Mitarbeitenden erlauben, ihre eigene Stimme zu nutzen, um die Gestaltungsprozesse transparenter zu machen. Das Vertrauen, dass Menschen das wollen und (mit den richtigen Kompetenzen, in der richtigen Kultur) auch können, lernt man nicht im Studium.
Das gleiche passiert in vielen anderen Wissensgebieten. Die Kompetenzen, die wir jetzt brauchen, lernen wir oft noch nicht im Studium. Selbst in der Informatik ist Human Centred Design noch ein Wahlfach, zumindest an der Uni Rostock. Digitale Kompetenzen für Führungskräfte sind das, was sich individuelle Berater aus den Fingern saugen. Für Führungskräfte im öffentlichen Dienst gibt es einen sehr guten Ansatz, Kompetenzen für das digitale Zeitalter zu einem Teil des Studiums zu machen. Da macht aber z.B. die Uni Rostock auch noch nicht mit.
Alles ein großes, schwieriges Problem. Sollen wir es angehen?

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