Design heißt, gegen alle möglichen Strömungen anzugehen. Strömungen, die so stark sind wie Schwerkraft.
Design bedeutet, für eine gewisse Zeit die Normalität aufzuheben. Menschen glauben zu lassen, dass etwas wirklich Gutes möglich ist und mit ihrer Mitarbeit gestaltet werden kann. Um etwas echt Gutes zu gestalten, muss man echt gute Dinge fühlen – beim Nutzen der Dinge, die wir gestaltet haben, spüren Nutzer nämlich, was sich die Designer dabei gedacht haben.
Nur wenn man mit echt guten Absichten gestaltet, kommt auch etwas echt Gutes dabei heraus.
Darin geht Design gegen alles, was Leute über Business, über Organisationen, über die Arbeitswelt lernen. So viele Leute haben über so viele Jahre studiert – und keiner von ihnen hat je von Design gehört. Im Sinne von Service Design kommt es jetzt langsam. Im Sinne von Process Design als spezifischer Disziplin, separat vom Process Management, ist es noch nicht einmal ausformuliert.
Und nicht nur das – Design sagt genau das Gegenteil davon, was sie im Studium gelernt haben. Echtes Kümmern um den Nutzer, statt ihn zu betrügen, auszunutzen, ihm mit aufdringlicher Werbung auf die Nerven zu gehen oder ihn auszutricksen. Wie, jetzt sollen wir die Leute plötzlich ernst nehmen?
Natürlich komme ich nicht durch. Diese Widerstände sind völlig normal. Ich kann nicht einmal irgendein Design- oder Kunststudium vorweisen.
Ich habe trotzdem mit einer „Koste es, was es wolle“ Haltung sehr gute Ergebnisse erreicht. Das ist keine Strategie, die ich empfehlen kann.
Sorry, lieber Leser, ich bin auch aufgeschmissen.

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