Mir ist aufgefallen, dass ich jetzt kaum noch über Design oder Co-Design oder Prozessdesign rede.
Sondern nur noch über Collaboration.
Design hat das Resultat, dass die Leute denken, dass alles gut aussehen muss. Co-Design hat gar kein Ergebnis. Und Prozessdesign hat sich so ausgewirkt, dass die Leute allein etwas aufmalen – was ja wirklich nicht der Sinn der Sache war.
Weil natürlich hört mir keiner wirklich richtig zu. Ich habe jetzt aber einen Manager gefunden, der mir zuhört. Das Erstere hatte ich seit Jahren, das Letztere ist neu. Also konzentrieren wir uns darauf, was wir so übermitteln können, dass wir keine langen Vorlesungen brauchen.
Ich habe diese Woche geschafft, ein Visual zu erstellen – eigentlich zwei, ein zweites als Kontrast – das in eine Präsentation eingeflossen ist, die nächste Woche in sehr großer Runde präsentiert wird. In der die zusätzlichen Kapazitäten, die wir durch die Nutzung unserer Tools zum effektiven Zusammenspiel erreichen, messbar dargestellt wird. Das Konstrukt sieht total sinnvoll aus, ja klar funktionieren die Dinge so – bis wir es mit der „normalen“ Arbeitsweise in Kontrast setzen.

Und da sehen wir – rechts ist die Normalität. Jede Abteilung ihr eigenes Königreich. Es gibt kein gemeinsames Wissen, das so bereitgestellt wird, dass es gefunden werden kann.
In einem letzten Schritt heute habe ich versucht, meine Visuals auszubreiten. Es geht jetzt um Projektmanagement. Natürlich hängt die Arbeitszeit, die ein Projektmanager mit Projektmanagement verbringt, davon ab, wie wir zusammenarbeiten, ob der Projektmanager Wissen hat oder es sich irgendwo holen kann. Oder halt nicht.
Aber leider sehen die kommerziellen Manager das noch nicht so.
Meine erste Weeknote heute (ich schreibe jetzt mehrere, diese erste war intern, sie wird jetzt auch von meinem Manager gelesen) war eigentlich sehr guter Dinge – jetzt sehe ich wieder nur die Probleme. Ich hatte schon eine sehr dynamische Woche und habe mich sehr über das Gefühl, etwas erreicht zu haben, gefreut. Jetzt bin ich wieder mit dieser Sichtweise auf mich und meine Kompetenzen konfrontiert, dass sie einfach nicht relevant sind.
Aber das ist ja genau die Arbeit. Und das ist ja auch eigentlich mein Erfolg – ich habe jetzt einen Manager erreicht, der meine Arbeit als wichtig und relevant ansieht. Wir haben geschafft, dass meine Arbeit auf einer Folie in einer langen Präsentation erscheint, selbst wenn sie aus allen anderen wieder gelöscht wird. Diese Folie ist direkt relevant für unsere Kapazitäten.
Natürlich werden sich kommerzielle Manager immer dagegen wehren, dass etwas, das sie nicht verstehen und noch nie gehört haben, relevant, wichtig und richtig sein könnte. Aber kommerzielle Manager betreiben ja auch oft einfach Theater und erzählen, wie toll doch alles ist, wenn alle im Raum wissen, dass es nicht so ist.
Der Satz der Woche ist: Unerschütterliches Selbstvertrauen ist mit digitaler Komplexität unvereinbar.


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